Flash Gordon (USA 1980)

By Alex Fuchs

flash-gordon.jpgHe’ll save everyone of us -

Dino De Laurentis Big Budget Trash Space Opera mit Starbesetzung

Eine Score, die Queen auf dem Höhepunkt ihres Erfolges abliefert, Stars wie Max von Sydow als Imperator Ming, Ornella Muti als Prinzessin Aura, der junge Timothy Dalton als Prinz Barin und ein unbekannter Sam J. Jones als blonder Superheld Flash Gordon – alles Zutaten, die einen guten Film versprechen. Und doch gehört der Film mit einem geschätzten Budget von 35 Millionen US-Dollar (!) unter der Regie von Mike Hodges zu den wohl sonderbarsten Filmen die das Genre der Comicverfilmungen hervorgebracht hat.

            Allein schon die Dialoge sind gelinde gesagt unterirdisch und erinnern an die sinnentleerten Dialoge eines Batman und Robins aus der 60er Jahre Serie. Kein Zufall, den Drehbuchautor Lorenzo Semple Jr. spielt auch bei der Batman Serie eine zentrale Rolle. Nur drei kurze Beispiele:

                Doctor Zarkov: What do you find? The moon out of orbit?

Mumson (his assistant): By more than 12 degrees. This must be some sort of mistake.

Zarkov: No, it’s no mistake… IT’S AN ATTACK! I’ve been right all

these years.

oder

Doctor Zarkov: We are only interested in friendship. Why do you attack us?

The Emperor Ming: Why not?

Aber am besten gefällt mir der hier:

Dale Arden: Flash, Flash, I love you, but we only have fourteen hours to save the Earth!

Und auch nach spätestens zehn Minuten ist klar, dass man hier keine teueren Visuals erwarten darf. Sind die Dialoge denen aus den Batman Filmen der 60er Jahre ebenbürtig, verweisen die visuellen Effekte eher auf die Batman Serie der 40er Jahre. Raketen aus Pappmaché und Raumschiffe an Drähten – irgendwie erinnert das Ganze doch auch stark an Ed Woods Plan 9 From Outer Space. Man fragt sich die ganze Zeit, was die Leute mit dem für damalige Verhältnisse riesigem Budget gemacht haben, in den Film scheint man es jedenfalls nicht investiert zu haben. Die Schauspielerei steht dem aus der Stummfilmzeit in nichts nach – overacting ist hier das absolute Prinzip. Die Actionszenen sind bar jeder Kritik.

            Kurz zur Story: Dem bösen Imperator Ming vom Planeten Mongo ist langweilig und so macht er sich auf die Erde zu zerstören, indem er den Mond aus der Umlaufbahn wirft, der dann wiederum unweigerlich in sieben Tagen auf die Erde stürzen wird. Nebenbei richtet er noch ein kleines Klimachaos an. Der Baseballspieler Flash Gordon und das schöne Fotomodel Dale Arden (Melody Anderson) fliegen just in diesem Moment in einer Chartermaschine, welche durch die von Ming verursachten Turbulenzen auf Professor Zarkovs Haus fällt. Die Drei fliegen unfreiwillig zum Planeten Mongo und Flash Gordon zettelt eine Revolution an, nachdem er zuvor durch Ming vergast worden ist und von dessen schöner Tochter (Ornela Muti) wieder belebt wurde. Einzig und allein Max von Sydow ist groß als Imperator Ming. Wie beschreibt Flash Gordon ihn: He’s a Psycho!. Und genau so will man Max von Sydow sehen. Böse, böse, böse.

Alles in allem kennzeichnet Flash Gordon nur einen Punkt in einer ganzen Reihe von Comicverfilmungen jener Jahre, seien es die ersten Spiderman Verfilmungen (The Amazing Spiderman, eigentlich eine 15teilige US-Serie, aber in Deutschland je drei Serienteile als Kinofilm ausgewertet, großartiger Trash!) oder die bekannten Supermann Verfilmungen mit Christopher Reeve. Wirklich schlechter als die Konkurrenz ist Flash Gordon auch nicht nicht – nur vielleicht etwas egozentrischer. Bedenkt man allerdings, dass drei Jahre zuvor George Lucas mit seinem Star Wars Auftakt neue Maßstäbe in der Filmtricktechnik gesetzt hat, muss ein faires Urteil über Flash Gordon vernichtend ausfallen. Als Vergleich sei hier Krull erwähnt, der in der aus der gleichen Zeit und in der selben Liga spielt.

Fazit: Wer auf gute Stories, einer guten Figurenentwicklung, gute Dialoge und gutes Schauspiel steht ist hier falsch, wer aber auf durchgeknallte bonbonfarbene Sets und Comic-Trash steht kommt an Flash Gordon nicht vorbei. Für alle Freunde der sinnentleerten Unterhaltung ein teuer produziertes Highlight, für den Rest höchstwahrscheinlich unverständlicher Schrott. Ich für meinen Teil jedenfalls habe jede Minute gehofft, dass ich gerettet werde – aber von Buck Rodgers und nicht von Flash Gordon. Aber das ist und bleibt nun mal alles eine Frage des persönlichen Geschmacks…


Trailerlink: http://youtube.com/watch?v=AMEc_MiLmgw

(af)

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