Owning Mahony (CN/UK 2003)

By Alex Fuchs

owning-mahony.jpgRien ne va plus, nichts geht mehr -

Philiip Seymour Hoffmann als pathologisch spielsüchtiger Bänker

Dan Mahony (Philip Seymour Hoffman) ist Bankangestellter bei der Kreditvergabe in Toronto und unheilbar spielsüchtig. In 105 Miunten dokumentiert der Film mehr oder weniger genau den größten Bankbetrug in der Geschichte Kanadas. Als Mahony 1982 festgenommen wird, erklärt er im Verhör, dass seit seinem zwölften Lebensjahr keine 72 Stunden vergangen sind, in denen er nicht eine Wette platziert hat. Mahony nutzt seine Position, um fingierte Kredite zu vergeben, die er dann an sich selbst auszahlt. Ihm geht es nicht ums Gewinnen, sondern um den Kick des Glücksspiels an sich. Es bleibt nicht aus, dass er sich Geld bei zweifelhaften Geldhaien leiht, die ihn wiederum stark unter Druck setzen, als er die Kredite nicht zurückzahlen kann. Mahony wettet auf alles und jeden. Als er die Kontrolle verliert und sich immer höhere Beträge auszahlt, ist er bald ein gern gesehener Kunde in den Casinos von Las Vegas und das FBI wird aufmerksam auf Dan. Aber Mahony hält tapfer sein richtiges Leben aufrecht und bis zu dem Zeitpunkt, als sein Kartenhaus aus Lügen und innerem Druck zusammenbricht, ahnt sein soziales Umfeld nichts von seinem Doppelleben.

            In Owning Mahony verkörpert ein großartiger und oft unterschätzter Philip Seymour Hoffman den pathologisch spielsüchtigen und absolut stoischen Antifilmhelden. Bis ins letzte Detail liebevoll inszeniert zeichnet der Film das Bild eines Mannes, der von seiner zwanghaften Sucht beherrscht wird und diese sogar jahrelang vor seiner Verlobten geheim zu halten weiß. Selten habe ich in einem Film eine so sparsame, aber genau auf den Punkt gebrachte Kameraarbeit gesehen. Hier ist keine Einstellung zuviel, die Kamera unterwirft sich auch voll und ganz dem Zwang – frei nach dem Motto „weniger ist oft mehr“. Wer auf erwachsene Filme mit guten Schauspielern und exzellenten dramaturgischen Verläufen steht, kommt an Owning Mahony nicht vorbei. Ein sehr empfehlendwerter Film fernab des üblichen Mainstream.

(af)

Eine Antwort schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.